Die Hoffnung kommt aus Bolivien BETTLER AUF GOLDENEM THRON, 20. November 2015 - Murg

19:30 Uhr Ein Theaterstück mit der freien Theatergruppe Berliner Compagnie

Murg/Hochrhein
Murgtalhalle Am Bürgerplatz 2
79730 Murg

 

 

Soziale Proteste erschüttern seit Jahren das politische Leben Lateinamerikas. Der
vorerst letzte Aufbruch fand in Bolivien statt. Nicht erst seitdem dort ein Indigener als Staatsoberhaupt in den Regierungspalast eingezogen ist, herrscht in dem Land Skepsis gegenüber den westlichen Vorstellungen von Entwicklung. Zu oft haben
diese die Traditionen und Träume der „unterentwickelten“ Völker auf gewaltsame Weise missachtet.

Evo Morales sagt: „Es geht darum, gut zu leben, ‘vivir bien’, nicht besser d.h. im Luxus zu leben. Besser leben geht nur auf Kosten Dritter und zum Preis der  Umweltzerstörung.“

Also: keine Ausbeutung von Menschen durch Menschen. Und Leben im Einklang mit der Natur. In Bolivien ist das andine „Vivir Bien“ als Ziel in
die Verfassung aufgenommen worden. Aber eine Sache ist die Absicht, eine andere, sie zu verwirklichen. Heftiger Widerstand kam sofort und von mehreren Seiten.


Dass Wasser ein öffentliches Gut ist und nicht in die Hände privater Gesellschaften gehört, passte z.B. auch nicht in die Vorstellungswelt deutscher Entwicklungspolitik. Die Stärke der sozialen Bewegungen im Land sowie die Abkehr Südamerikas von neoliberaler Politik überhaupt (kein Freihandel mit den USA!) brachten schließlich die Wende.


Die heutige bolivianische Regierungspolitik ist nicht frei von eigenen Widersprüchen. Unbestreitbar ist jedoch, dass der Erlös aus dem Verkauf
der Ressourcen jetzt der eigenen Bevölkerung zugutekommt. UNO wie Weltbank haben die großen Erfolge Boliviens im Kampf gegen die Armut anerkannt.
Der bolivianische Aufbruch bleibt weiterhin gefährdet und braucht unsere Unterstützung - durch Aufdecken von Destabilisierungsversuchen, durch
Kritik an Verzerrungen in unseren Medien, durch Verständnis für die Schwierigkeiten beim Aufbau des „plurinationalen“ Staates Von den Bolivianern können wir aber auch lernen. Was für ein langer Atem politischen Widerstands! (In unserem Stück zeichnen wir ihn nach, angefangen von Domitila Chungara und den Bergarbeiterstreiks bis in die Gegenwart hinein.)


Und ist das Konzept des Vivir Bien nicht auch eine Chance für unsere eigene Gesellschaft? Ein auf Konsum ausgerichteter und räuberischer Lebensstil
bedroht unser aller Überleben. In dem Sinne will der Titel des Theaterstückes nicht nur sagen: Das arme Bolivien sitzt auf gigantischen Reichtümern (z.B. Lithium), sondern meint auch: Es besitzt geistige Schätze, die es mit uns zu teilen bereit ist:
den Spirit der Anden.

Papst Franziskus: „Evo, meine Bewunderung. Ich begleite dich mit meinem Segen“.


Gemeinschaftsveranstaltung von:
Faire Eine Welt e.V Murg, der Gemeinde Murg
und KAB-Bezirksverband Hochrhein