VORWORT

Prof. Dr. Herbert Schweizer
KAB-Diözesanverbands-vorsitzender

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde und Interessenten der Sozialtage Südbaden!

Eine andere Welt ist möglich: Fair Teilen statt Sozial Spalten!

Die 3.Sozialtage Südbaden begeben sich ins Reich der Visionen - nicht aus sozialromantischem Überschwang, sondern aus der Einsicht, dass die vielfältigen Krisen nach einem radikalen Neuaufbruch schreien. Eine andere Welt wäre nicht schon das Paradies. Doch gerechter, nachhaltiger und solidarischer könnte sie werden, wenn wir jetzt schon geschwisterlicher lebten auf dem Weg zum Reich Gottes. Liebe und Gerechtigkeit im Sinne Jesu zielen auf mehr als auf ein pures Überleben.

Individuelles Engagement und persönliche Zivilcourage sind dabei wesentlich. Wenn mehr und mehr Menschen Verantwortung für ein „gutes Leben“ übernehmen, statt gedankenlos oder gar rücksichtslos ihren Weg zu gehen, ist schon viel getan. Doch dieses individuelle Handeln kommt an seine Grenzen, wo das Leben immer komplexer wird und die Verantwortung nicht mehr zu überschauen ist. Individuelle Nächstenliebe verhindert noch nicht, dass Reichtum und Arbeit, Chancen und Risiken ungleich verteilt sind. Schon an der Grenze zum nächsten Dorf kann der tugendhafte Wille scheitern. Verantwortung tragen für sich und für die anderen? Wer das nicht gelernt hat, wer wenig verdient oder in seinem Lebensgefühl und seiner Arbeit permanent verunsichert ist, hat oft Mühe damit. Eine wirklich „andere“ Welt müsste es den Menschen leicht machen, gerecht, fair, solidarisch und einfühlsam zu handeln.

Das finanzkapitalistische Wirtschaftssystem ist fast zwanghaft auf Wachstum gepolt, die „Gier nach mehr“ wird zum Leitbild. Kapital muss immer schneller zirkulieren; man kann in Mikrosekundenschnelle kaufen und verkaufen. Undurchsichtige Finanzkreationen treiben die Wirtschaft über Nacht in die Krise. Selbst neoliberal-marktradikale Staatsverächter beklagen nun das Fehlen von Institutionen, Regeln und Sanktionen, von Transparenz und einer kritischen Öffentlichkeit. Die fatale Entkopplung von Finanzmärkten und Realwirtschaft und der „Tsunami“ der Finanzmärkte 2008 gaben vielen zu denken. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Strukturen müssten neu geordnet werden: zerstörerisches, unfaires und unsolidarisches Verhalten gehört sanktioniert, ein soziales, umweltgerechtes und lebensförderliches Verhalten, das auf Kooperation baut, Frieden schafft und Sinn stiftet, gehört belohnt. Das Motto der Sozialtage bringt es auf den Punkt: fair teilen statt sozial spalten. Christliche Sozialethik gibt dazu wichtige Anregungen.

Ein wirksames Handeln für eine „andere“, eine humanere Welt baut auf eine erneuerte soziale Demokratie, eine nachhaltige Produktionsweise mit deutlich geringerem Ressourcenverbrauch, stärker regionalisierte Wirtschafts- und Energiekreisläufe, demokratisch kontrollierte öffentliche Güter und einen ganz anderen Konsum- und Lebensstil.

Die 3. Sozialtage Südbaden werden wiederum von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB), der Evangelischen Arbeitnehmerschaft (ean), der Arbeitnehmerpastoral in der Erzdiözese Freiburg (ANP), dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) in der ev. Landeskirche Baden und PAX CHRISTI gemeinsam getragen. Denn nur gemeinsam können wir uns für die „andere Welt“ engagieren!

Wir laden Sie herzlich ein und würden uns freuen, wenn Sie dabei sind!

Mit solidarischen Grüßen für die Veranstalter der 3. Sozialtage Südbaden



Prof. Dr. Herbert Schweizer
KAB-Diözesanverbandsvorsitzender

Für die mitwirkenden Bezirke der KAB

Ortenau:      Wolfgang Seidler, Kehl
Freiburg:      Lothar Kuhnimhof, Lenzkirch-Saig, Albrecht Künstle, Herbolzheim
Hochrhein:  Toni Latsch-Gulde, Lörrach

Für den KDA Südbaden:

Pfr. Wolfgang Schmidt, Freiburg

F
ür die EAN Landeskirche Baden:

Wilhelm Rojek, Meckesheim
Siegfried Aulich, Karlsruhe



Für die Arbeitnehmerpastoral Erzdiözese Freiburg:

Karl-Heinz Teepe, Freiburg

Für pax christi Diözesanverband Freiburg:

Wolfgang Schaupp, Kappelrodeck
Christel Henseler, Karlsdorf-Neuthard